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    Krafttraining & Gehirntumor: Wie gezieltes Training Kraft, Stabilität und Lebensqualität unterstützen kann

    Viele Menschen erleben nach einer Krebserkrankung einen tiefen Einschnitt in ihr Leben – körperlich wie seelisch. Operationen, Chemotherapie oder Bestrahlung schwächen den Organismus, die Muskulatur baut ab, die Leistungsfähigkeit sinkt und die Erschöpfung bestimmt den Alltag.

    Sport und Krebs schließen sich nicht automatisch aus, jedoch sind bei einer Tumor-Erkrankung besondere Parameter zu beachten. Gezielte Bewegung, insbesondere strukturiertes Krafttraining, gilt heute als wichtiger Bestandteil der onkologischen Therapie und kann helfen, Lebensqualität, Selbstständigkeit und Wohlbefinden nachhaltig zu verbessern.

    Die Mehrzahl der diagnostizierten Hirntumore wird wenigstens teilweise operativ entfernt und die folgende Krebstherapie häufig mittels Chemotherapie begleitet. Sowohl der Krebs an sich als auch die operative und die chemotherapeutische Behandlung haben häufig eine Fatigue zur Folge, welche die körperliche Leistungsfähigkeit signifikant einschränkt.

    Fatigue bei Hirntumorpatienten – Ursachen und Auswirkungen

    Die Fatigue ist ein zentraler Ansatzpunkt im Krafttraining bei Krebserkrankungen – sie geschieht über drei wesentliche Wege im Zuge einer Tumorerkrankung:

    Die Tumorzellen selbst

    Tumore haben eine erhöhte Stoffwechselaktivität und benötigen große Mengen an Energie und Nährstoffen. Es kommt häufig zu ungewolltem Gewichtsverlust und Muskelabbau (Tumorkachexie). Entzündungsprozesse, die eingeschränkte Funktion betroffener Organe und die psychische Belastung wirken sich zusätzlich auf Kraft-, Ausdauer- und Regenerationsfähigkeit aus.

    Chemotherapie und Strahlentherapie

    In der Chemotherapie und bei der Bestrahlung werden gezielt Zellen angegriffen – Tumorzellen, aber eben auch gesunde und v.a. die Zellen, die sich schnell teilen. Dies sind typischerweise die Schleimhäute, Haarwurzeln und Knochenmark. Das Immunsystem ist geschwächt, häufig treten Nervenschädigungen auf, sogenannte Polyneuropathien.

    Im post-operativen Stadium

    Vor allem aber stellt sich das Fatigue-Syndrom nach der operativen Entfernung eines Hirntumors ein, bei welcher je nach Tumorart mehr oder weniger gesundes Gewebe betroffen ist. Das Gehirn arbeitet im Anschluss an die OP ineffizienter und langsamer, und die postoperativ einsetzende Neuroplastizität – die Bildung neuer Verbindungen – läuft nie verlustfrei.

    Heilungsphasen nach operativer Entfernung eines Hirntumors

    Die Fatigue zeichnet sich aus durch eine schnell einsetzende Müdigkeit, Erschöpfungszustände und eine Antriebslosigkeit. Tumorpatienten, denen Sport und Bewegung empfohlen wird, fehlen dann die Energie und die Motivation die gesetzten Ziele umzusetzen.

    Strukturiertes, individuell eingestelltes Krafttraining kann Patientinnen und Patienten helfen, kleinschrittig, aber wirkungsvoll den Weg zum Sport zu finden und mittel- bis langfristig die nachweislich positiven Effekte für die Krebstherapie zu erreichen. Von großer Bedeutung ist dafür, den aktuellen Status des Krebspatienten einzuschätzen:

    Akutphase (Tage bis Wochen)

    Es dominieren Ödeme (Schwellungen), Reizleitungsstörungen und metabolischer Stress. Die Symptome sind stark, aber häufig nicht endgültig. In dieser Phase wird der Kunde das Training typischerweise noch nicht (wieder) aufnehmen.

    Subakute Phase (Wochen bis Monate)

    Die Neuroplastizität setzt ein und kostet viel Energie. Das Denken strengt an, die Bewegungen erfolgen nicht automatisiert und müssen bewusst gesteuert werden. Multiple Reize überfordern schnell, der Patient ermüdet weiterhin sehr zügig und wird in der Regel noch kein Krafttraining wahrnehmen können.

    Kompensationsmodus (Monate bis Jahre)

    Oft regeneriert das Gehirn nur langsam. Einige Bewegungsabläufe müssen weiterhin bewusst gesteuert werden und die Aufnahme von Reizen benötigt mehr Energie. Der Patient ist normalerweise motorisch stabil, kognitiv gut orientiert und hat eine gute Gedächtnisleistung. Die Limitierung erfolgt typischerweise durch das Zentrale Nervensystem (ZNS), während die Muskulatur noch Reserven hat. In dieser Phase findet der Patient typischerweise den Weg ins Training.

    Bedeutung und Nutzen von Bewegung und Krafttraining in der Onkologie

    Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Sport, insbesondere Krafttraining, und deren positive Effekte auf die Gesundheit sowie die Tumorentwicklung bei Hirntumorpatienten ist durch verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität und gezieltes Krafttraining einen positiven Einfluss auf Faktoren wie Durchblutung, Immunsystem und Hormonhaushalt haben können, die wiederum das Tumorwachstum und den Therapieverlauf beeinflussen.

    Zu den relevanten Faktoren zählen neben biologischen Aspekten auch Lebensstil-Faktoren, die das Krebsrisiko und die Prognose mitbestimmen. Die Ergebnisse aktueller Forschungsansätze, insbesondere bei Glioblastomen, deuten darauf hin, dass Krafttraining nicht nur die Muskelkraft und Lebensqualität verbessert, sondern auch Erschöpfungssymptome reduziert und potenziell den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen kann.

    Natürlich ist das Ziel ein Zuwachs an Muskelkraft, allerdings stehen weitere positive Auswirkungen des Muskeltrainings ebenso im Fokus. Dies sind:

    • Die Entwicklung motorischer Einheiten (Verbund aus Nervenzellen und Muskelfasern), die den neuroplastischen Prozess unterstützen
    • Aktivierung der Myokine, muskeleigene Botenstoffe, die sich nachweislich positiv auf die Hirngesundheit und die Psyche auswirken
    • Reduktion der (neurogenen) Fatigue
    • Vertrauen in den eigenen Körper
    • Selbstwirksamkeit

    Krafttraining kann die Knochendichte stabilisieren, die Muskelmasse erhalten oder wieder aufbauen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Krebspatienten ihre Chemotherapie in der vorgesehenen Dosis durchhalten. Körperliche Aktivität kann die Nebenwirkungen einer Chemo- oder antihormonellen Therapie reduzieren, das Risiko eines Rückfalls und die Gefahr eines erneuten Tumorwachstums senken. Krebspatienten, die sich regelmäßig bewegen, fühlen sich körperlich fitter und kräftiger.

    Auch bei anderen Beschwerdebildern hat sich medizinisches Krafttraining als wirksame Methode zur Verbesserung der Lebensqualität bewährt – von Spannungskopfschmerzen über Probleme der Brustwirbelsäule bis hin zu Rückenschmerzen.

    Gerber Training für Hirntumor-Patienten

    Grundsätzlich ist das Gerber Training in Bochum gut im Rahmen einer Fatigue-Symptomatik geeignet, da die Bewegungen geführt und langsam erfolgen. Das strukturierte Training an Geräten und die festen Abläufe helfen dem Patienten besonders zu Beginn oder bei der Wiederaufnahme des Trainings. Auf der Trainingsfläche finden vergleichsweise wenige äußere Reize statt, da auf Musik, Lärm und Lichtreize verzichtet wird.

    Im Trainingsprogramm wird besonders auf einen vorsichtigen Einstieg geachtet, indem…

    • mit wenigen Übungen begonnen wird,
    • niedrige Startgewichte gewählt werden, die sehr gut über 120 Sekunden durchführbar sind,
    • Übungen gewählt werden, die den Patientinnen und Patienten das Einstellen und den Einstieg in eine Trainingsmaschine leicht machen.

    Das Programm wird auf mehrgelenkige Übungen ausgerichtet, die viele Muskeln zugleich fordern. So wird besonders effizient die Gesamtkraft und damit die allgemeine Fitness und sogar die Ausdauer gefördert. Damit bildet das Gerber Training die Grundlage für künftiges zusätzliches Ausdauertraining und ergänzende Sporttherapie.

    Was sollten Krebspatienten beachten?

    Jede Art von Sport fordert Frauen und Männer mit Krebs mehr als es bei gesunden Menschen der Fall ist. Nach einer Trainingseinheit sollten Trainierende stolz auf sich sein und sich Ruhe gönnen.

    Es ist zu beachten: Es sind Schwankungen in der Tagesform zu erwarten. Der Fokus liegt auf Stabilisierung, nicht so sehr auf Belastungssteigerung – die Steigerung der Trainingsgewichte sollte kleinschrittig erfolgen. Ist die Kraftfähigkeit an einem Tag besonders gut, können entsprechend mehr Wiederholungen absolviert werden.

    Zu Beginn sind 1 – 2 Einheiten pro Woche realistisch. Wenn möglich, können Tageszeiten mit weniger Besucheraufkommen gewählt werden, um äußere Reize noch weiter zu minimieren. Das Training sollte nicht erzwungen werden, denn zwischenzeitliche Rückschritte sind erwartbar und in Ordnung. Im Fokus steht – besonders zu Beginn – das Wohlbefinden und nicht so sehr das Wachstum der Muskeln.

    Krafttraining als Basis für eine gesunde Zukunft

    Ist die Krebstherapie wirkungsvoll und setzt sich der Kompensationsmodus fort, kann das Krafttraining um weiteren Sport ergänzt werden. Dazu zählt moderates Ausdauertraining – es genügen bereits niedrigschwellige Aktivitäten wie Radfahren oder Spazierengehen – oder zusätzliche Angebote aus der Sporttherapie.

    Auch kann das Trainingsprogramm bei Gerber Training um Muskelgruppen erweitert werden, die zu Beginn noch nicht im Fokus standen. Eine angepasste Ernährung kann helfen, verlorenes Körpergewicht zurückzuerlangen.

    Fazit

    Ein operativ entfernter Hirntumor und die begleitende Krebstherapie führen bei vielen Betroffenen zu anhaltender Fatigue, reduzierter Leistungsfähigkeit und eingeschränkter Belastbarkeit im Alltag. Besonders neurophysiologische Veränderungen nach der Operation beeinflussen langfristig Energiehaushalt, Koordination und Belastungstoleranz.

    Studien zeigen, dass gezielt angepasstes Krafttraining helfen kann, diesen Einschränkungen strukturiert entgegenzuwirken, Stabilität aufzubauen und schrittweise körperliche und mentale Belastbarkeit zurückzugewinnen. Entscheidend sind ein vorsichtiger Wiedereinstieg, klare Trainingsstrukturen, individuelle Belastungssteuerung und ein Umfeld, das Sicherheit und Kontinuität ermöglicht.

    Bereit für den ersten Schritt?

    Erleben Sie, wie strukturiertes und individuell angepasstes Krafttraining bei Gerber Training in Bochum Ihnen helfen kann, Kraft und Stabilität zurückzugewinnen.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Warum tritt nach einem Hirntumor häufig eine starke Fatigue auf?

    Die Fatigue beschreibt ein Erschöpfungssyndrom und ist eine Begleiterscheinung bei Krebs. Sie entsteht durch den Tumor, die Krebstherapie und neurophysiologische Veränderungen nach einer Hirntumor-Operation. Das Gehirn arbeitet oft weniger effizient, Bewegungen kosten mehr Energie. Diese Erschöpfung ist real und nicht Ausdruck mangelnder Motivation.

    Ist Krafttraining nach einer Hirntumor-Operation grundsätzlich sinnvoll?

    Ja, sofern die Akut- und Subakutphase abgeschlossen sind und keine medizinischen Kontraindikationen bestehen. Krafttraining kann helfen, Leistungsfähigkeit, Muskelkraft und Lebensqualität schrittweise zu verbessern. Entscheidend sind eine individuelle Belastungssteuerung und fachkundige Begleitung.

    Kann Krafttraining die Erschöpfung und Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen?

    Studien zeigen, dass gezielte Bewegung und Krafttraining eine Fatigue positiv beeinflussen können. Muskelaktivierung, Stoffwechsel und neuroplastische Prozesse werden gefördert. Viele Betroffene berichten über mehr Stabilität und Belastbarkeit im Alltag.

    Welche Trainingsform ist für Hirntumorpatienten besonders geeignet?

    Strukturiertes Krafttraining an geführten Geräten mit vorerst wenigen, sicheren Übungen ist besonders geeignet. Es sollten wenig zusätzliche Reize stattfinden, der Fokus liegt auf Stabilisierung, nicht so sehr auf Belastungssteigerung.

    Worauf sollten Betroffene während des Trainings besonders achten?

    Tagesformschwankungen, schnelle Ermüdung und gelegentliche Rückschritte sind normal. Realistisch sind zu Beginn 1 - 2 Einheiten pro Woche und genügend Pausenzeit nach jedem Training. Sicherheit, Geduld und Wohlbefinden haben Vorrang vor Leistungssteigerung.